Wiederaufbau der Ukraine
Chancen für steirische Unternehmen
Der Wiederaufbau der Ukraine ist für steirische Unternehmen nicht nur ein Zukunftsthema. Schon heute müssen zerstörte Anlagen ersetzt, die Energieversorgung gesichert und unterbrochene Lieferketten wiederhergestellt werden. Welche wirtschaftlichen Chancen sich daraus ergeben und wie sich Unternehmen frühzeitig positionieren können, stand im Mittelpunkt des Symposiums „Wiederaufbau Ukraine – Chancen und Beitrag der österreichischen Wirtschaft“ am 12. Oktober 2026 im Grazer Meerscheinschlössl.
Gemeinsam luden das ICS, die WKO Steiermark, die Universität Graz, und das Honorarkonsulat der Ukraine zum Austausch mit Expert:innen aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Deutlich wurde dabei, dass sich für österreichische und steirische Unternehmen insbesondere in den Bereichen Energie, Bau und Infrastruktur Anknüpfungspunkte ergeben.
David Bachmann, österreichischer Wirtschaftsdelegierter in Kiew, gab Einblicke in die aktuelle wirtschaftliche Situation vor Ort. Österreichs Exporte in die Ukraine seien seit Kriegsbeginn deutlich gestiegen, wobei ein wesentlicher Teil auf notwendige Ersatzinvestitionen zurückzuführen sei. Der ukrainische Botschafter in Österreich, Vasyl Khymynets, schilderte die Auswirkungen der Angriffe auf die ukrainische Energie-, Wasser- und Verkehrsinfrastruktur.
Mit dem EU-Beitrittsprozess der Ukraine ging es auch um die europäische Perspektive des Landes. Paul Gragl von der Universität Graz ordnete den 2024 erfolgten Start der EU-Beitrittsverhandlungen ein und zeigte sowohl die Chancen der europäischen Annäherung als auch bestehende politische und rechtliche Hürden auf. Wolfgang Anzengruber, Koordinator der österreichischen Bundesregierung für den Ukraine-Wiederaufbau, unterstrich vor allem die Bedeutung einer frühzeitigen Positionierung. Unternehmen sollten nicht erst auf Ausschreibungen warten, sondern bereits im Vorfeld Kontakte aufbauen, geeignete Partner finden und konkrete Projekte mitentwickeln.
Eröffnet wurde die Veranstaltung von Peter Riedler, Rektor der Universität Graz, Josef Herk, Präsident der WKO Steiermark, und Friedrich Möstl, Honorarkonsul der Ukraine in der Steiermark. Wirtschaftslandesrat Willibald Ehrenhöfer betonte die wirtschaftliche und europapolitische Bedeutung des Wiederaufbaus. Durch die Diskussion führte Karl Hartleb, Geschäftsführer des Internationalisierungscenters Steiermark.
Für die steirische Wirtschaft sind die bereits bestehenden Kontakte zu den ukrainischen Regionen Lviv und Kirovohrad eine gute Basis für weitere Kooperationen. Jetzt geht es darum, Unternehmen frühzeitig mit Informationen, Finanzierungsmöglichkeiten und Absicherungsinstrumenten zu unterstützen, die richtigen Partner zusammenzubringen und damit auch konkrete Projekte in der Ukraine vorzubereiten.

