15. Juli 2026

Steirische Exporte 2025: Stabil trotz herausfordernder Rahmenbedingungen

Die steirische Exportwirtschaft hat sich 2025 robust gezeigt

Trotz eines schwierigen internationalen Umfelds behaupteten sich die steirischen Warenexporte mit einem Rückgang um rund 1,0 Prozent auf 28,2 Milliarden Euro relativ gut. Deutschland blieb trotz verhaltener Konjunktur Export-Wachstumsmotor und nahm rund ein Viertel aller steirischen Exporte auf. Auch Märkte wie Polen, Tschechien und Spanien entwickelten sich in Europa dynamisch.

Beachtenswerterweise wuchsen die steirischen USA-Exporte entgegen dem sehr negativen Österreichtrend auch 2025, und mit einem Exportwachstum von annähernd 20 % nach Kanada und von mehr als 5 % nach Mexiko festigte der USMCA-Freihandelsraum zwischen den USA, Mexiko und Kanada  seine Bedeutung für die Steiermark. Die Entwicklung der Südamerika-Exporte gestaltete sich 2025 sehr unterschiedlich. Im Mercosur-Raum konnten vor allem die Exporte nach Brasilien deutlich zulegen.

Neben dem schon genannten Japan nahm auch Malaysien 2025 deutlich mehr steirische Exporte auf als in der Vergleichsperiode des Vorjahres, und auch die Indienexporte stiegen im Vorjahr mit einem Plus von über 4 % kontinuierlich weiter. Allerdings verzeichneten unsere Unternehmen ein Minus von annähernd 30 % bei den China-Ausfuhren, wobei gleichzeitig die China-Importe wohl aufgrund jüngster Entwicklungen im automotiven Bereich um über 28 % stiegen.

Erfreulich und aus volkswirtschaftlicher Sicht extrem wichtig: die Steiermark verzeichnete auch im vergangenen Jahr mit rund 7,5 Milliarden Euro einen beachtlichen Handelsbilanzüberschuss.

"Die aktuelle Bilanz zeigt: Steirische Unternehmen behaupten sich erfolgreich, gleichzeitig verändern sich internationale Märkte spürbar. Neben der Stärke Europas gewinnen neue Absatzmärkte an Bedeutung. Für exportorientierte Unternehmen wird es daher noch wichtiger, Strategiemärkte wie Indien heute aufzubauen, Marktchancen auch in anderen Wachstumsmärkten frühzeitig zu erkennen und rasch zu nutzen, und ihre internationale Ausrichtung laufend weiterzuentwickeln."

Unterschiedliche Entwicklung nach Branchen

Bei den Produktgruppen zeigten sich deutliche Unterschiede. Während pharmazeutische Erzeugnisse und Holzprodukte in Summe kräftig zulegen konnten, verzeichneten Eisen- und Stahlprodukte Rückgänge.

Wichtigste Exportgüter bleiben Fahrzeuge und Fahrzeugteile mit einem Anteil von nahezu 20 Prozent am gesamten Exportvolumen. Dahinter folgen Maschinen sowie elektrotechnische Waren.

„Der Außenhandel ist für die Steiermark kein Zusatzgeschäft, sondern die Lebensader unseres Wohlstands – rund jeder zweite Euro an Wertschöpfung entsteht auf Auslandsmärkten. Dass wir 2025 trotz Krisenumfelds Exporte von 28,2 Milliarden Euro erreichen, zeigt die Stärke unserer Betriebe, für die wir – im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit – dringend die Rahmenbedingungen, speziell was Arbeits- und Energiekosten betrifft, weiter verbessern müssen. Um sich in diesem herausfordernden Umfeld durchsetzen zu können, bieten wir unseren Betrieben ein dichtes Unterstützungs-netz: vom ICS über maßgeschneiderte Exportberatung bis hin zu unserem weltweit tätigen Netzwerk der Außenwirtschaft Austria mit rund 100 Stützpunkten in 70 Ländern.“
„Export ist der Treibstoff unseres Wohlstands. Die Hälfte der steirischen Wertschöpfung erwirtschaften wir auf internationalen Märkten. Die heimische Wirtschaft kann also nur wachsen, wenn unsere Unternehmen entsprechende Exporterfolge erzielen. Angesichts der schwierigen nationalen und internationalen Rahmenbedingungen ist die Bilanz 2025 äußerst respektabel. Unsere exportorientierten Betriebe haben sich trotz großer Herausforderungen als sehr resilient erwiesen, auch im Vergleich mit anderen Bundesländern. Besonders erfreulich ist, dass die Exporte nach Deutschland deutlich zugelegt haben und wir auch auf anderen Märkten im EU-Raum Zuwächse erzielen konnten. Es gilt daher einerseits, Europa noch stärker als einen Raum der Chancen für unsere Wirtschaft zu begreifen und andererseits auch konsequent Zukunftsmärkte außerhalb Europas zu bearbeiten“
„Die steirische Industrie behauptet sich weiterhin in einem äußerst schwierigen internationalen Umfeld, aber die Dynamik hat spürbar nachgelassen. Der leichte Rückgang der Warenexporte ist kein Alarmsignal, aber ein deutlicher Hinweis darauf, dass geopolitische Unsicherheiten, schwächere Nachfrage in wichtigen Märkten und hohe Standortkosten anhaltend auf unsere exportorientierten Leitbetriebe drücken. Für die Industrie ist entscheidend, dass die Politik die richtigen Schlüsse zieht. Wir brauchen wieder mehr Wendigkeit und die erreichen wir durch geringere Kosten und weniger Bürokratie im eigenen Land sowie einen Staat, der durch strukturelle Reformen, die Steuer- und Abgabenlast senkt.“
„Die vorliegende Außenhandelsbilanz zeigt: Unsere Unternehmen behaupten sich, doch der Wettbewerb wird mit Blick auf unsere Lohnstückkosten härter – hier sind sich, mit Blick auf die bevorstehenden KV-Verhandlungen, hoffentlich alle Beteiligten ihrer Verantwortung bewusst. Dazu verschieben sich Absatzmärkte rasant – etwa hin zu Japan oder Polen, wobei Deutschland als wichtigster Markt ebenfalls Zuwächse verzeichnet. Gerade jetzt braucht die Steiermark eine klare Außenhandelsstrategie, Mut zu neuen Märkten und verlässliche internationale Handelsabkommen, die Zölle senken und faire Regeln schaffen. Das Landesgremium Außenhandel unterstützt Betriebe mit praxisnaher Beratung, Markt-Checks, Trainings, Delegationsreisen und Kontakten zu Partnern vor Ort – von der ersten Idee bis zum Vertragsabschluss im Ausland.“