News aus Japan | Steirische Wirtschaftsreise
Steiermark trifft Japan – Wirtschaftsreise mit Fokus auf Technologie, Forschung & internationale Kooperation
Von 16.-22. Juni befand sich eine hochrangige steirische Delegation unter der Leitung des ICS auf einer sechstägigen Reise durch Japan. Im Fokus der Mission: der gezielte Ausbau wirtschaftlicher und technologischer Partnerschaften – im Kontext der Weltausstellung Expo 2025 Osaka und darüber hinaus.
Die Tage waren geprägt von intensiven Arbeitsgesprächen, fundierten Standortanalysen und inspirierenden Technologieimpulsen mit Blick auf gemeinsame Zukunftschancen.
Tag 1 | 16.06.2025
TOKIOZum Auftakt lag der Fokus auf Markteinblicken und interkulturellem Know-how. Bei einem ersten intensiven Austausch in der historischen TOGOKINENKAN vermittelten Expert:innen wie Martin Schulz (Fujitsu), Parissa Haghirian und Akiteru Maruta fundierte Analysen zur wirtschaftlichen Lage, zu kulturellen Besonderheiten des japanischen Geschäftsalltags sowie einen Überblick zum Thema Wasserstoff in Japan.
Es folgte ein ausführliches Gespräch mit Botschafter Michael Rendi in der Österreichischen Botschaft Tokio – mit Fokus auf aktuelle Rahmenbedingungen, strategische Chancen der Zusammenarbeit zwischen Japan und der Steiermark und ein erstes positives (!) Resümee zum Österreich-Auftritt auf der Weltausstellung.
Tag 2 | 17.06.2025
TSUKUBAIn Tsukuba – Japans führendem Zentrum für Forschung und Entwicklung – standen Präsentationen von führenden Wissenschaftler:innen von NIMS (National Institute for Materials Science) und AIST (National Institute of Advanced Industrial Science) auf dem Programm. Diskutiert wurden unter anderem neue Materialien für Leichtbau und Mobilität, Konzepte für fliegende Fahrzeuge sowie Ansätze zur internationalen Technologiekollaboration.
Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch der Raumfahrtagentur JAXA. Im Zentrum standen Einblicke in Satellitentechnologie, Erdbeobachtung, Weltraumlogistik und die Rolle internationaler Partnerschaften – ergänzt durch ein persönliches Gespräch mit General Director Takiguchi.
Tag 3 | 18.06.2025
TOKIOWie eng Forschung und Industrie in Japan miteinander verzahnt sind, wurde am dritten Tag deutlich.
An der Universität Tokio tauschte sich die Delegation mit Prof. Kenji Aoki zu innovativen Einsatzmöglichkeiten von Holzwerkstoffen in Bau, Mobilität, Energie und Kreislaufwirtschaft aus. Besonderes Interesse zeigte Professor Aoki am steirischen Wood Vision Lab, das von Landesrat Willibald Ehrenhöfer präsentiert wurde – als eindrucksvolles Beispiel für die Verbindung von Materialinnovation, Forschungsexzellenz und Nachhaltigkeit aus der Steiermark.
Auch das technische Zentrum von TDK in Yawata ermöglichte der Delegation einen tiefen Einblick in ihr Unternehmen. Nach der herzlichen Begrüßung durch CTO Shuichi Hashiyama und einer Einführung durch Norbert Palanovics, General Manager der PR-Abteilung, besuchte die Delegation zentrale Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen – darunter das EMV-Labor und das Techno Studio.
Im Fokus standen hochrelevante Zukunftsthemen wie Sensorik, Leistungselektronik, Energiespeicherung und intelligente Bauelemente für industrielle Anwendungen. Gerade hier ergeben sich wertvolle Anknüpfungspunkte für steirische Unternehmen – sei es in der Entwicklung piezobasierter Aktuatoren, keramischer Energiespeicher oder innovativer Schutzbauelemente, wie sie auch im TDK-Werk in Deutschlandsberg gefertigt werden. TDK, den meisten wahrscheinlich noch für Kasetten bekannt, ist heute ein globaler Innovationsträger mit über 250 Standorten weltweit und einer bemerkenswerten Breite an Anwendungen – von der Automobiltechnik über industrielle Energie bis hin zu smarten Sensorlösungen.
Die Gespräche zeigten klar: Es gibt großes Potenzial für Zusammenarbeit und Technologietransfer zwischen Japan und der Steiermark.
Tag 4 | 19.06.2025
OSAKAMit dem Projekt „Paravent History(s)” setzt die Steiermark im Österreich-Pavillon ein kraftvolles Zeichen für kulturellen Dialog, regionale Identität und internationale Kooperation. Inspiriert vom historischen Ôsaka-Paravent aus dem 17. Jahrhundert entstanden zwei außergewöhnliche Werke: Der „Steiermark Paravent“ von Tom Lohner – gefertigt aus steirischem Nussholz – wurde als Symbol kultureller Verbundenheit an den Vizepräsidenten der Osaka University of Arts übergeben. Der „Pixel Paravent“ von studio ASYNCHROME bringt historische Bildwelten in eine digitale, interaktive Dimension. Vizehonorargeneralkonsul Kosokabe würdigte diesen künstlerischen Brückenschlag mit einem symbolischen Kanpai.
Begleitet von Christopher Drexler sowie weiteren Vertreter:innen aus Kultur, besuchte die Delegation im Anschluss die Pavillons von Saudi-Arabien, Taiwan, Deutschland und Frankreich. Besonders eindrucksvoll: der visionäre Saudi-Arabien-Pavillon – ein Ausblick auf die nächste Weltausstellung 2030 in Riad.
Tag 5 | 20.06.2025
KOBE | KYOTOWirtschaftspolitik trifft Hochleistungsforschung
Kobe präsentierte sich als internationale Innovationsdrehscheibe mit starker Wirtschaftsstrategie und Fokus auf Zukunftsbranchen. In der City Hall tauschte sich die steirische Delegation mit dem Bürgermeister zu Standortpolitik, Investitionsmodellen und Clusterentwicklung in Biotech, Luft- und Raumfahrt sowie Green Tech aus. Die Steiermark stellte ihre F&E-Kompetenz und Exportkraft als Kooperationsangebot in den Raum.
Ein Besuch im RIKEN Center for Computational Science – Heimat des Supercomputers Fugaku – eröffnete neue Anknüpfungspunkte für steirische Institutionen im Bereich Simulation, Big Data und KI. Beim anschließenden Working Lunch mit Vertreter:innen aus Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft wurden Potenziale für gemeinsame Projekte vertieft. Ein großes Dankeschön an Leo Luchuk für die Organisation vor Ort und Botschafter Michael Rendi für die diplomatische Begleitung.
Im Anschluss führte das Programm weiter nach Kyoto – mit einem inspirierenden Einblick in eine steirisch-japanische Erfolgsgeschichte:
Tradition trifft Unternehmergeist – die Hofbäckerei Edegger-Tax in Kyoto
Was 2012 mit einer Backpartnerschaft bei der Österreich-Woche in Tokio begann, entwickelte sich zur florierenden Hofbäckerei Tokyo – gegründet von Robert Edegger und dem japanischen Bäckermeister Nozawa Takahiko. Heute begeistert die Bäckerei (inzwischen nach Kyoto gesiedelt) mit fein abgestimmten Klassikern wie Vanillekipferl und Guglhupf – und beweist, wie regionale Handwerkskunst, kulturelle Offenheit und persönliche Beziehungen neue Märkte erobern können.
Tag 6 | 21.06.2025
OSAKAFinale Impulse auf der EXPO 2025 Osaka
Zum Abschluss der Delegationsreise rückten internationale Zukunftsthemen nochmals in den Mittelpunkt. Bei geführten Touren durch die Pavillons von Kuwait, Indien, Italien und Portugal standen Energiewende, Digitalisierung, Stadtentwicklung und Circular Economy im Fokus. Der direkte Austausch mit internationalen Ansprechpartner:innen zeigte klare Anknüpfungspunkte für steirische Unternehmen – in einem Umfeld, das Lösungen sucht und Kooperationen lebt.
Auch die österreichische Technologiekompetenz war auf der EXPO prominent vertreten: Hempstatic mit nachhaltigem Schallschutz im EU-Pavillon, Lichtermacher GmbH mit immersiver Medientechnik für den USA-Auftritt und Mühlböck Holztrocknungsanlagen GmbH im weltweit größten Holzbauwerk. Ein herzliches Dankeschön an das EXPO Austria Team für die enge Zusammenarbeit und die starke Sichtbarkeit steirischer Beiträge im österreichischen Auftritt.
Unsere Wirtschaftsdelegation in Japan war weit mehr als ein Besuch der EXPO 2025 – sie war ein strategischer Dialog mit einem Land, das Zukunft lebt: technologisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich.
Mit rund 40 steirischen Vertreter:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Tourismus und Kultur haben wir zentrale Innovationsthemen vor Ort aufgegriffen, neue Kooperationsräume erschlossen – und die Steiermark als aktive Partnerin positioniert.
Ein großer Dank gilt allen Mitreisenden, dem AußenwirtschaftsCenter Tokio, der Österreichischen Botschaft, dem EXPO Austria Team und unseren japanischen Gastgeber:innen – sowie ganz besonders Daniela Guß und Iris Edler-Stiegler vom ICS, die diese Reise gemeinsam mit Karl Hartleb mit großem Engagement und strategischem Feingefühl organisiert und begleitet haben.
Das ICS bleibt auch nach der Reise erste Anlaufstelle für alle, die Japan als Zukunftsmarkt erschließen wollen.

