Nachbericht | Tagung des Japanisch-Österreichischen Komitees
Spitzenforschung im Bereich Wasserstoff und Künstlicher Intelligenz (KI) standen im Zentrum des heurigen Treffens des Japanisch-Österreichischen Zukunftskomitees in Graz.
Unter dem Vorsitz von Seiichi Yamaguchi, Managing Executive Officer Yamaha Corporation, und Prof. Wolfgang Mazal, Universität Wien, diskutierten Expert:innen aus den beiden Ländern in der Aula der TU Graz die Einsatzmöglichkeiten von Wasserstoff und die neuesten technologischen Fortschritte und jüngste Use Cases. Dabei wurde sehr deutlich, dass Wasserstoff nicht die energetische Grundversorgung sicherstellen werde, aber in ausgewählten Bereichen wie dem Schwerverkehr, der Schiff- und Luftfahrt, bei der Energiespeicherung und der Dekarbonisierung der Industrie (Stahl- und Zementproduktion) zukünftig eine sehr wichtige Rolle spielen wird. In dem sehr Praxis bezogenen Austausch zwischen Vertretern des japanischen Wasserstoff-Valley und steirischen Spitzenforschern wurde klar, welche Bedeutung das Thema für beide Länder hat und welch wichtige Rolle dabei die Steiermark in Europa und die Präfektur Yamanashi in Japan spielen. Der Firmenbesuch bei AVL List, bei dem Prof. Helmut List insbesondere über die Wasserstoffarbeit des weltweit führenden Unternehmens berichtete, erlaubte es der japanischen Delegation auch angewandte Forschung und Entwicklung auf höchster Ebene zu erleben.
Der Tagungsteil zum Thema KI, an dem auch Wirtschaftskammer Österreich Vizepräsident Philipp Gady teilnahm, widmete sich vor allem auch Fragen der kulturellen Prägung der derzeitig in Verwendung stehenden Large Language Models und damit KI-Plattformen, der wirtschaftliche, soziale und kulturelle Fragen aufwerfe. Gerade in diesem Bereich könnte eine Zusammenarbeit zwischen den bilateralen KI-Communities sehr wichtige Arbeit leisten, um Verzerrungen und problematische zukünftige Entwicklungen zu verhindern, ohne die enormen Möglichkeiten der Technologie in Frage zu stellen. Als gemeinsame Probleme wurden auch die derzeit in beiden Ländern bestehenden Engpässe bei der zur Verfügung stehenden Computerleistung und ganz allgemein der enorme Energieverbrauch von KI erkannt, wobei in fünf Jahren der durch KI weltweit entstehende Stromverbrauch den heutigen Gesamtbedarf Japans übersteigen soll. Neue Technologien seien also auch gerade hier von großer Bedeutung.
Die Steiermark nutzte den Besuch der hochkarätigen japanischen Delegation auch für politische Kontakte, so wurde die Delegation von Frau Landtagspräsidentin Manuela Khom im Landhaus begrüßt, und Landesrat Werner Amon gab zu Ehren der japanischen Gäste im Namen von Herrn Landeshauptmann Christopher Drexler ein feierliches Abendessen in der Burg. Trotz der Zukunftsorientierung des Komitees beindruckten der Besuch von Schloss Eggenberg und des Zeughauses die japanische Delegation besonders, stellen diese beiden Museen doch eine starke Brücke zwischen Japan und Österreich dar.

