19. Februar 2021

Markt-Update RUSSLAND

Aktuelle Entwicklungen & Ausblick aus erster Hand

Die Zahl der Corona-Infizierten in Russland wird aktuell mit 4 Mio. Menschen beziffert und man muss leider darüber hinaus auch von einer hohen Dunkelziffer ausgehen. Eine deutliche, positive Perspektive geben allerdings die bereits rund 2 Mio. Geimpften. Aus Sicht des Wirtschaftsdelegierten wird das Vakzin Sputnik V als gut und seriös wahrgenommen, jedoch läuft die Produktion noch nicht in ausreichenden Mengen. Der russische Impfstoff wird bereits in Serbien und Ungarn angewendet und auch Österreich diskutiert diesen auf Lizenz zu produzieren.

Der Russlandbesuch von Josep Borrell Anfang dieses Monats war der erste eines EU-Außenbeauftragten seit 2017 und hätte ein positives Zeichen darstellen können. Da die Gespräche aber vom „Fall Nawalny“ überschattet wurden, muss man leider von einem Tiefpunkt der diplomatischen Beziehungen zwischen Russland und der EU sprechen.

Seit März letzten Jahres sind alle Einreisen für Ausländer verboten, was bedeutet, dass es schwierig bis unmöglich ist, Geschäften in Russland nachzugehen. Ausnahmen werden für Personen mit Daueraufenthaltsgenehmigung und Montagetätigkeiten zwar gemacht, man aber muss mit sehr langen Vorlaufzeiten rechnen. Reine Geschäftsreisende haben keine Chance auf eine Genehmigung, weshalb dringende Treffen mit Geschäftspartnern immer häufiger in der Schweiz oder beispielsweise in Dubai stattfinden.

Diverse Öffnungsschritte werden diskutiert, finden aber nur auf Basis von Gegenseitigkeit statt (Schweiz, Serbien), wobei die Gespräche mit der EU ins Stocken geraten sind und man davon ausgehen muss noch mindestens 2-3 Monate zuwarten zu müssen, bis Lockerungen in Kraft treten werden. Das Außenwirtschaftscenter Moskau plant demzufolge im 1. Halbjahr virtuelle Veranstaltungen in den Bereichen Gesundheitswesen, Forstwirtschaft und Tourismusinfrastruktur und hofft physische Wirtschaftsmissionen im 2. Halbjahr 2021 wieder anbieten zu können.

Viele russische Firmen haben auch während der Corona-Krise weiter investiert und die Industrie ausgebaut. Die Geschäftschancen für österreichische Firmen, die über einen hervorragenden Ruf in Russland verfügen, haben sich somit nicht geändert und liegen nach wie vor in den Bereichen Gesundheit und Pharma, Papier, Holz- und Forstwirtschaft, Umwelttechnik und erneuerbare Energien, Metallurgie und Technologien zur Modernisierung der russischen Industrie. Zu öffentlichen Projekten hat man leider ohne lokale Produktion(-sstätte) keinen Zugang.

Das Markt-Update als Nachschau

Live-Gespräch vom 18.02.2021 mit dem WKÖ-Wirtschaftsdelegierten Rudolf Lukavsky in Moskau

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