20. September 2023

Der neue ICS-Geschäftsführer stellt sich vor

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ICS Internationalisierungscenter Steiermark

Lindweg 33, 1. Stock, 8010 Graz
T +43 316 601 400
E office@ic-steiermark.at
"Ich freue mich sehr, mich bei Ihnen als neuer Geschäftsführer des Internationalisierungscenters Steiermark (ICS) vorzustellen. So schwer es für mich war nach dem Studium aus Graz wegzugehen, so einfach war die Entscheidung, nach 25 Jahren im Ausland, in eine veränderte, moderne und dynamische Steiermark mit tollen Unternehmen zurückzukehren.

Gerne möchte ich Sie dazu einladen, Ihre Zusammenarbeit mit dem exzellenten ICS-Team nicht nur fortzusetzen, sondern unsere Dienstleistungen im Bereich Exportberatung und -unterstützung noch stärker zu nutzen. Ich möchte aber besonders auch jene steirischen Unternehmer:innen und Firmen, die jetzt ins Exportgeschäft einsteigen oder gerade erst mit dessen Aufbau begonnen haben, einladen, mit uns Kontakt aufzunehmen!

Nutzen Sie das Wissen, die Erfahrung und die Veranstaltungs- und Unterstützungsangebote des ICS und unserer starken Partner:innen in der Steiermark, weltweit und im Besonderem die AußenwirtschaftsCenter der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA auf der ganzen Welt. In unserem Veranstaltungsprogramm finden Sie bereits jetzt die Highlights für den Herbst/Winter 2023.

Auch unter meiner Leitung wird es unser Ziel als ICS sein, Sie beim Geschäftserfolg im Ausland zu begleiten und überall dort zu unterstützen, wo es Chancen für Sie, Ihre Produkte und Technologien in einer auch durch geopolitische Veränderungen komplizierter werdenden Welt gibt.

Denn wir sind Ihrem globalen Erfolg verpflichtet!"

„Die Weltkarte muss bunter werden“

Karl Hartleb, seit September 2023 neuer ICS-Geschäftsführer, im Interview mit der Steirischen Wirtschaft

Karl Hartleb ist neuer Geschäftsführer des Internationalisierungscenter Steiermark (ICS). Der gebürtige Steirer über Potenziale und Hürden im Export.

Was macht die Steiermark für Geschäftspartner aus dem Ausland attraktiv?
Karl Hartleb: Ansehen genießt man unter anderem als Wissensstandort, wo an den Universitäten laufend neue Technologien und Prozesse entwickelt werden und in deren Umfeld es eine vitale Start-up-Szene gibt.

Was ist für Sie das typisch steirische Exportprodukt?
Stahl – und all die Technologie rundherum. Er steht auch für Kontinuität am Standort, gehen doch viele Industrieunternehmen und Betriebe aus nachgelagerten Segmenten bis auf die alte Bergbauindustrie zurück.

Das steirische Exportvolumen ist zwar zuletzt auf einen neuen Rekordwert von 28,9 Milliarden Euro gestiegen, aber im Bundesländervergleich zeigt sich, dass die Steiermark 2022 im Vergleich zu 2021 an Wachstumsdynamik verloren hat. Bereitet Ihnen das Sorgen?
Da darf man einen Einjahreswert nicht überinterpretieren, vielleicht gab es in anderen Bundesländern einmalige Aufholeffekte nach Corona, die stärker durchschlagen. Grundsätzlich ist die Entwicklung des steirischen Außenhandels sehr erfreulich. Ich bin da sehr zuversichtlich.

Deutschland ist mit fast einem Viertel des Exportvolumens mit Abstand wichtigster Auslandsmarkt der Steiermark. Ist diese Konzentration nicht gefährlich – vor allem mit Blick auf die aktuelle Konjunkturentwicklung im Nachbarland?
Einerseits ist es eine logische und natürliche Abhängigkeit durch die geografische Nähe. Andererseits ist die der dortigen Abhängigkeit von der Automobilindustrie geschuldete Situation natürlich nicht erfreulich und erfordert Wachsamkeit. Aber durch die Aufwertung unseres Autoclusters zu einem Mobilitätscluster und die Verbreiterung beispielsweise in Richtung Eisenbahn und Raumfahrt sind wir gut aufgestellt. Dazu kommen auch Überschneidungen mit der Medizintechnik, wo dieselben Kompetenzen nachgefragt sind, es aber höhere Margen gibt.

Während die deutsche Wirtschaft schwächelt, kämpft Österreich mit einem europaweiten Spitzenwert bei der Inflation. Kann das noch zu einem Problem für die Exportwirtschaft werden?
Die Schere zu anderen Standorten geht natürlich weiter auf. Das kann bedrohlich werden. Die Gefahr ist, dass wir das nicht in den Griff bekommen. Allein das Verhältnis von 1 zu 4 bei den Energiepreisen im Vergleich zu den USA ist auf Dauer nicht haltbar. An den Kosten hängen ja auch Entscheidungen für Standorterweiterungen oder -ansiedlungen – und da gibt es bei den Unternehmen Schmerzgrenzen. Umgekehrt sind Preise allein nicht mehr so entscheidend. Liefersicherheit beispielsweise ist wichtiger und wertvoller geworden.

Gibt es noch blinde Flecken auf der steirischen Exportlandkarte, die es auszuleuchten gilt?
Also überall, wo ich auf der Welt war, waren steirische Unternehmen bereits aktiv oder haben Spuren hinterlassen. Sogar auf Papua-Neuguinea hat man mir stolz alte Schweißgerate von Elin gezeigt.

Wie definieren Sie die Rolle des ICS beziehungsweise Ihre eigene?
Ich bringe meine Erfahrung und mein Netzwerk von langjährigen Auslandsaufenthalten unter anderem in den USA, in Japan, im Iran und in Australien und dadurch ein gewisses Gefühl mit, was „draußen“ passiert, und kann diese Welten zusammenführen. Wir müssen Produkte global denken. Aufgabe des ICS ist es, in diesen Dimensionen zu denken und zu überlegen, wie man Ideen umsetzen und unterstützen kann. Über das ICS und die Außenwirtschaftsstellen haben wir da Kompetenzen gebündelt und sind damit greifbar und sehr nah an den Unternehmen, während anderswo die Exportförderung über externe Agenturen läuft und damit die direkte Einbindung und der Kontakt fehlen.

Wo sehen Sie Potenzial für die steirische Exportwirtschaft?
Viele Märkte werden durch Entwicklungen wie die Künstliche Intelligenz ja zugänglicher, beispielsweise fallen Fremdsprachenhürden weg. Das gilt es zu nutzen. Für viele Unternehmen muss die Weltkarte bunter werden. Am Markt wird die reine Fertigungskompetenz nicht reichen. Wenn man zu eindimensional aufgestellt ist, ist es immer schwierig. Aber gerade bei Klein- und Mittelbetrieben ist die Reaktionsgeschwindigkeit ja sehr hoch.

Ihr Lieblingsplatz in der Steiermark?
Sankt Marein bei Neumarkt im oberen Murtal ist vielleicht nicht der spektakulärste Platz (lacht), aber nachdem ich dort aufgewachsen bin, gibt es eine emotionale Bindung zu dem Ort. Als Familie sind wir immer wieder dort.

[Den Originalartikel können Sie HIER nachlesen.]