China im Wandel: Einblicke der steirischen Delegationsreise
China rollt der Steiermark den roten Teppich aus – davon konnten sich Landeshauptmann Mario Kunasek, Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom, Verkehrslandesrätin Claudia Holzer, Wirtschaftslandesrat Willibald Ehrenhöfer und Landtagspräsident Gerald Deutschmann gemeinsam mit Spitzenvertreter:innen der steirischen Wirtschaft im Laufe einer Delegationsreise in ausgewählte Provinzen die Volksrepublik persönlich überzeugen.
Im Zug der Mission kam es nicht nur zu Gesprächen mit führenden chinesische Politik- und Wirtschaftsvertreter:innen, sondern es gelang auch, Kooperationsabkommen (MOUs) zu erneuern bzw. neue zu schließen. Besonders erwähnenswert sind dabei sicherlich jenes mit Shanghai und jenes mit der Provinz Guangdong, mit immerhin 85 Mio. Einwohner:innen eine der dynamischsten Wirtschaftsregionen nicht nur Chinas sondern weltweit.
Wie bei allen Wirtschaftsmissionen nach China überzeugte das Land auch dieses Mal mit Hochtechnologie, insbesondere in den Bereichen Mobilität, Robotik und KI, enormen Innovationswillen und einer unternehmerischen Dynamik, sind doch sehr viele der neuen Technologieführer kaum älter als 10 Jahre. Die technologische Abkopplung von US-Technologie hat China in vielen Bereichen auf Basis lokaler Technologie wie WeChat, AliPay, DiDi App, JD.com, Alibaba usw. bereits vollzogen. Das Zusammenspiel von zentralistischer Planung im Rahmen der Fünfjahrespläne und kapitalistischem Unternehmertum scheint, abgesehen von durchaus beachtlichen Fehlentwicklungen z.B. im Immobiliensektor, bis auf weiteres abgesichert. Die Belebung der privaten Nachfrage bleibt aber hinter den Erwartungen weiterhin zurück, sodass sich die Wettbewerbssituation auf dem chinesischen Markt sich zunehmend verschärft.
Die gegenseitige Wertschätzung zwischen der Steiermark und China, insbesondere den Partnerregionen, bildet sicherlich auch eine gute Grundlage für einen weiteren Ausbau der wirtschaftlichen Kooperation zwischen chinesischen und steirischen Unternehmen, die bereits heute für rund ein Viertel der österreichischen Exporte nach und Investitionen in China verantwortlich zeichnen.
Ungeachtet dessen haben es unsere Unternehmen aber mit einem herausfordernden Wirtschaftspartner zu tun, dessen wiedergewonnene Offenheit sicherlich auch mit dem Streben nach globaler Technologieführerschaft, einer lokalen Überproduktion in vielen Bereichen, der sich verschärfenden strategic competition zwischen den Vereinigten Staaten und China und der damit in Zusammenhang stehenden Suche nach Ersatzmärkten für den US-Markt zu tun hat.

