AußenwirtschaftsCenter London

Dr. Christian Kesberg

Betreuungsbereich: Falkland Inseln, Gibraltar, Südgeorgien und Südliche Sandwichinseln, Vereinigtes Königreich

Großbritannien ist die 2. größte Volkswirtschaft Europas und die Nummer 8 in der weltweiten Rangliste der österreichischen Exportmärkte. Kosteneinsparungen, Nachhaltigkeit und Produktivitätszuwächse bleiben auch im Vorfeld und nach einem Brexit Grundlage von Kaufentscheidungen im Vereinigten Königreich und korrelieren damit stark mit Stärkefeldern österreichischer Anbieter.

Besonders gute Marktchancen bestehen unter anderem in den Bereichen Umwelttechnik, erneuerbare Energie, nachhaltiges Bauen und Lagertechnik, ICT, Bio-technologie, Aerospace und Kfz. Negative Auswirkungen des bevorstehenden Austritts aus der EU sollen mit erhöhten staatlichen Investitionen in Schienen- und Straßennetz, in die digitale Infrastruktur, in Elektromobilität und autonomes Fahren abgefedert werden, die auch für zusätzliche Liefermöglichkeiten sorgen sollten. Darüber hinaus positioniert sich das Vereinigte Königreich seit Jahren erfolgreich als F&E Standort und Technologie-Kooperationspartner. Schwerpunktbereiche sind unter anderem das Internet of Things, der Fintech-Sektor und das „Industrie 4.0“ Thema. Spannend ist der Finanzplatz London für die Finanzierung von Start-ups. Stark nachgefragt wird österreichische Qualitätsarbeit im Bereich Montage, sowohl für Industrieanlagen, als auch im Infrastruktursektor.

Die mit dem bevorstehende Brexit verbundenen wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten, beginnende konjunkturelle Abkühlung und die Abwertung des Pfund werden wohl mittelfristig den Markteintritt nicht erleichtern. Bis zu einem tatsächlichen Austritt der Briten aus der EU – frühestens 2019, vielleicht aber nach einer weiteren mehrjährigen Übergangsperiode – ändert sich aber nichts am Marktzugang für österreichische Unternehmen. Einschränkungen bei der Entsendung von Fachkräften nach Großbritannien und Änderungen bei Ursprungszeugnissen, im Steuerrecht, bei Schutzrechten und bei der Anerkennung von Standards, Normen oder beruflicher Qualifikationen könnten in Zukunft Aufwand und Kosten der Marktbearbeitung erhöhen. Auch wenn WTO Zölle (für die meisten Produktgruppen 3-5%) durch ein Freihandelsabkommen vermieden werden, verteuert sich eine Ware allein durch die Notwendigkeit der Abwicklung eines Zollverfahrens mit einem Drittstaat. Auf lange Sicht bleibt Großbritannien mit Sicherheit schon auf Grund seiner Größe und seiner Affinität zum heimischen Waren- und Dienstleistungsangebot ein lukrativer Markt.

Über den Wirtschaftsdelegierten…

Christian Kesberg führt seit Dezember 2015 das kompetente und hochspezialisierte Team des AusserwirtschaftsCenter London. Analyse und Information zu Risiken und Chancen, die durch den bevorstehenden Brexit entstehen, sind seit dem EU- Referendum der Briten sein (ungewollter) Arbeitsschwerpunkt.

Vor seinem Einsatz in London war Kesberg als WD in New York und Seoul (und davor als Nummer 2 in Tokio, Los Angeles und Kuwait) tätig. Von 2002 bis 2006 war er als stellvertretende Abteilungsleiter der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH für die operative Führung der gesamten Auslandsorganisation verantwortlich.