Insight India: Aktuelles zum Exportmarkt Indien

Insight India – Marktinformationen zu Indien

Entdecken Sie mit uns Indien

Indien boomt – und im Hintergrund stellen sich die Weichen für Handel, Regulierungen und Investitionen laufend neu. Welches neue Förderpaket wurde beschlossen? Welche Zölle ändern sich? Und wo tun sich neue Marktchancen für die Steiermark auf?
 
In diesem Newsfeed bündeln wir laufend aktuelle Fundstücke, Analysen und Entwicklungen rund um den indischen Markt. Kurz, prägnant und direkt auf den Punkt eingeordnet – damit Sie für Ihr Indien-Geschäft immer auf dem neuesten Stand bleiben.

 

Hier sehen Sie auf einen Blick, was für Ihr Indien-Geschäft relevant werden kann.

Aktuelle Entwicklungen aus Indien

Neue Förderinitiative soll Produktionskapazitäten verzehnfachen und internationale Abhängigkeiten reduzieren. Chancen eröffnen sich insbesondere für Unternehmen aus den Bereichen Maschinenbau, Automatisierung und industrielle Zulieferung.

Indien setzt einen weiteren Schritt zur Stärkung seiner industriellen Eigenständigkeit. Am 28. Oktober 2026 genehmigte die indische Regierung die Container Manufacturing Promotion Scheme (CMPS) mit einem Fördervolumen von insgesamt 100 Milliarden Rupien (rund 10.000 Crore). Das Programm läuft vom Finanzjahr 2027/28 bis 2039/40 und soll Indien zu einem international wettbewerbsfähigen Produktionsstandort für Frachtcontainer entwickeln.

Die ambitionierten Ziele verdeutlichen das wirtschaftliche Potenzial: Die jährliche Produktionskapazität soll von derzeit rund 70.000 auf 750.000 TEU (Twenty-foot Equivalent Units) steigen. Damit möchte Indien seine Abhängigkeit von importierten Containern reduzieren und gleichzeitig die heimischen Lieferketten stärken.

Gezielte Förderung entlang der industriellen Wertschöpfungskette

Das Programm unterstützt sowohl den Aufbau neuer Produktionsstätten als auch die Erweiterung bestehender Anlagen. Vorgesehen sind unter anderem Zinszuschüsse von drei Prozentpunkten für förderfähige Investitionskredite sowie produktionsbezogene Zuschüsse für Container, die internationalen Standards entsprechen.

Zusätzlich stellt die Regierung 1,5 Milliarden Rupien für gemeinsame Prüf- und Zertifizierungseinrichtungen bereit.

Besonders relevant sind die Anforderungen an die lokale Wertschöpfung: Bis einschließlich 2031/32 müssen förderfähige Hersteller einen lokalen Anteil von mindestens 70 Prozent nachweisen. Ab 2032/33 steigt dieser auf 90 Prozent.

Chancen für steirische Unternehmen

Der geplante Ausbau eröffnet neue Geschäftsmöglichkeiten für österreichische Technologieanbieter und industrielle Zulieferer.

Potenzial besteht insbesondere in der Schweiß- und Umformtechnik, Produktionsautomatisierung, Stahlverarbeitung, industriellen Beschichtung sowie bei Prüf- und Qualitätssicherungssystemen. Auch Hersteller spezialisierter Komponenten und Anbieter von Technologien für Sondercontainer könnten vom Aufbau der indischen Produktionskapazitäten profitieren.

Die hohen Lokalisierungsanforderungen machen allerdings deutlich, dass langfristige Marktchancen zunehmend von der Zusammenarbeit mit indischen

Partnerunternehmen abhängen werden. Technologielizenzierungen, lokale Montagekonzepte und strategische Zulieferpartnerschaften könnten daher interessante Markteintrittsmodelle darstellen.

Quelle

Indien setzt verstärkt auf autonome Luftfahrtsysteme und investiert rund 1,51 Milliarden Rupien in die Entwicklung eines neuartigen Schwerlastfluggeräts. Das Projekt des indischen Technologieunternehmens ideaForge zeigt, wie dynamisch sich der indische Aerospace-Sektor entwickelt und welche Chancen sich dadurch für steirische Technologieanbieter ergeben.

Die indische Aerospace-Industrie gewinnt weiter an Bedeutung. Neben Raumfahrt und Satellitentechnologie rücken zunehmend autonome Luftfahrtsysteme, innovative Transportlösungen und intelligente Navigationstechnologien in den Fokus.

Ein aktuelles Beispiel dafür ist das Projekt YETI des indischen Unternehmens ideaForge Technology Limited. Am 14. Oktober 2026 unterzeichnete das staatliche Technology Development Board (TDB) eine Finanzierungsvereinbarung über 1,51 Milliarden Rupien. Bei einem Gesamtprojektvolumen von rund 3,02 Milliarden Rupien soll die Unterstützung die Weiterentwicklung der Technologie bis zur Einsatzreife ermöglichen. Mit YETI entwickelt ideaForge ein autonomes, unbemanntes Luftfahrzeug, das senkrecht starten und landen kann und gleichzeitig die Reichweitenvorteile eines Starrflügelflugzeugs nutzt. Das geplante System soll Nutzlasten von bis zu 200 Kilogramm über Distanzen von bis zu 200 Kilometern transportieren können. Vorgesehen sind Einsätze unter anspruchsvollen Bedingungen, etwa in schwer zugänglichen Gebirgsregionen, Wüsten oder maritimen Umgebungen. Technologisch setzt das Projekt unter anderem auf redundante Antriebssysteme, autonome Navigation auch ohne GNSS-Signal sowie fortschrittliche Kommunikations- und Steuerungstechnologien. Die Finanzierung soll die Entwicklung von Technologiereifegrad 4 bis zur vollständigen Einsatzreife auf TRL 9 unterstützen. Die angestrebten Leistungsdaten müssen im Zuge der weiteren Entwicklung und Zulassung noch nachgewiesen werden.

Steirisches Know-how ist gefragt

Mögliche Kooperationsfelder für steirische Unternehmen reichen von Leichtbau und innovativen Werkstoffen über Sensorik, Leistungselektronik und Antriebstechnologien bis hin zu Simulation, Testsystemen und industrieller Qualitätssicherung.

Auch Unternehmen aus der Automatisierung und industriellen Fertigung könnten vom weiteren Ausbau des indischen Aerospace-Ökosystems profitieren.

Erst kürzlich besuchte eine indische Space- und Geospatial-Delegation den Wirtschafts- und Forschungsstandort Graz. Im Mittelpunkt standen der Austausch mit steirischen Technologieunternehmen und Forschungseinrichtungen sowie die Identifikation möglicher Kooperationsfelder. Projekte wie YETI zeigen, wie konkret sich der indische Bedarf an anspruchsvollen technologischen Lösungen entwickelt. Daraus könnten sich neue Ansatzpunkte für die Fortführung bestehender Kontakte und den Aufbau weiterer Industriepartnerschaften ergeben.

Quelle: Press Information Bureau, indische Regierung, 14. Oktober 2026.

Indien treibt seine technologische Eigenständigkeit mit einem milliardenschweren Innovationsfonds voran. Mit der Auswahl der ersten 19 Finanzierungspartner nimmt der Research, Development and Innovation Fund nun Fahrt auf. Auch für steirische Unternehmen könnten sich dadurch interessante Kooperations- und Geschäftsmöglichkeiten ergeben.

Indien will sich zunehmend als internationaler Technologie- und Innovationsstandort positionieren. Ein wichtiger Baustein dieser Strategie ist der bereits 2025 angekündigte Research, Development and Innovation Fund (RDI-Fund) mit einem Gesamtvolumen von einer Billion indischen Rupien. Am 12. Oktober 2026 gab die indische Regierung die Auswahl der ersten 19 Finanzierungspartner bekannt. Darunter befinden sich 14 Alternative Investment Funds sowie fünf spezialisierte Forschungsorganisationen. Insgesamt wurden staatliche Finanzierungszusagen in Höhe von rund 71,3 Milliarden Rupien genehmigt. Die ausgewählten Partner sollen zusätzlich privates Kapital in mindestens gleicher Höhe mobilisieren. Damit könnten allein im Rahmen dieser ersten Finanzierungsrunde mehr als 142 Milliarden Rupien für technologieorientierte Innovationsvorhaben verfügbar werden.

Von der Forschung zur Marktreife

Der Fonds konzentriert sich auf Unternehmen, deren Technologien bereits einen gewissen Entwicklungsstand erreicht haben. Gefördert werden sollen Vorhaben ab dem sogenannten Technology Readiness Level 4 (TRL 4), bei dem erste technologische Komponenten bereits unter Laborbedingungen validiert wurden. Im Zentrum stehen insbesondere langfristige, kapitalintensive Entwicklungen in strategisch wichtigen Technologiefeldern. Indien möchte damit die Abhängigkeit von Technologieimporten reduzieren, heimische Innovationskapazitäten stärken und international wettbewerbsfähige Produkte entwickeln.

Für die exportorientierte steirische Wirtschaft eröffnet diese Entwicklung interessante Perspektiven. Besonders Unternehmen aus den Bereichen Maschinenbau, Automatisierung, Elektronik, Werkstofftechnik, industrielle Forschung und Deep Tech könnten von der steigenden Nachfrage nach technologischer Expertise profitieren. Ein direkter Förderzugang für österreichische Unternehmen ist derzeit nicht ausdrücklich vorgesehen. Vielversprechender erscheint daher die Zusammenarbeit mit indischen Unternehmen, Forschungseinrichtungen oder Investoren, die bereits Teil des geförderten Innovationsökosystems sind. Mögliche Ansatzpunkte reichen von gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsprojekten über Technologiepartnerschaften bis hin zur Integration steirischer Komponenten und Lösungen in indische Innovationsvorhaben.

Indien investiert gezielt in die Entwicklung eigener Technologien. Für steirische Unternehmen lohnt es sich, frühzeitig geeignete Partner zu identifizieren und sich als Technologie- und Entwicklungspartner zu positionieren. Wer den indischen Innovationsmarkt aktiv beobachtet, kann von neuen Wertschöpfungsketten und langfristigen Kooperationen profitieren.

Quelle

Österreich und Indien bauen ihre Zusammenarbeit im Bereich Geodaten weiter aus. Das Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen (BEV) und der Survey of India, Indiens nationale Vermessungs- und Kartographiebehörde, haben dazu ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet. Im Mittelpunkt stehen der Austausch von Wissen und Erfahrungen in den Bereichen Geodäsie, Kartographie und Geodateninfrastruktur sowie Digitalisierung und Innovation.

Auch für die Steiermark bringt der Austausch eine konkrete Verbindung nach Indien: Im Rahmen des Besuchs wurde eine Vereinbarung zwischen dem indischen Unternehmen Roter Precision Instruments Pvt. Ltd. und der Grazer Drone Rescue GmbH abgeschlossen. Damit wird die österreichisch-indische Zusammenarbeit auch auf Unternehmensebene sichtbar.

Roter Precision Instruments ist im Bereich Drohnen sowie Vermessungs- und Kartierungstechnologien tätig und bietet unter anderem Lösungen für professionelle Geodatenanwendungen an. Mit der Vereinbarung baut die Drone Rescue GmbH ihre Verbindung zum indischen Markt aus.

Das MoU ist damit auch ein Beispiel dafür, wie sich die österreichisch-indische Zusammenarbeit auf Unternehmensebene konkretisiert und steirische Technologieunternehmen Anknüpfungspunkte in Indien finden.

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Die Europäische Kommission hat dem Rat inzwischen ihre Vorschläge für die Unterzeichnung und den Abschluss des Abkommens vorgelegt. Gleichzeitig wurden auch die Zollabbaulisten der EU und Indiens veröffentlicht. Damit wird erstmals konkreter sichtbar, welche Produkte und Branchen künftig von reduzierten oder vollständig wegfallenden Zöllen profitieren könnten. Wer wissen möchte, wie sich das Abkommen auf bestimmte Waren, Branchen oder Zolltarifnummern auswirken könnte, kann die jeweiligen Zollabbauverpflichtungen nun gezielt prüfen.

Der politische Ratifikationsprozess ist allerdings noch nicht abgeschlossen. Nach aktuellen Einschätzungen aus Brüssel könnte das Abkommen im Laufe des Jahres 2027 – voraussichtlich im ersten oder zweiten Quartal – in Kraft treten bzw. vorläufig angewendet werden. Der konkrete Zeitpunkt hängt vom weiteren Verfahren im Rat, im Europäischen Parlament sowie auf indischer Seite ab.

Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, sich frühzeitig mit möglichen Auswirkungen auf das eigene Produktportfolio, bestehende Indien-Geschäfte und zukünftige Markteintrittsstrategien auseinanderzusetzen.

Die veröffentlichten Vertragstexte und Zollabbaulisten sind derzeit hier auf Englisch verfügbar.

Weitere Informationen zum Abkommen gibt es auch auf der aktualisierten Website der Wirtschaftskammer Österreich.

Indien baut seine Kapazitäten für erneuerbare Energien stark aus. Damit wächst gleichzeitig der Bedarf an Lösungen, die Schwankungen bei Solar- und Windenergie ausgleichen und Strom in großem Maßstab speichern können. Pumpspeicherkraftwerke spielen dabei eine zunehmend wichtige Rolle.

Mit dem Saidongar-1 Karjat Pumped Storage Project im westindischen Bundesstaat Maharashtra entsteht derzeit das mit einer geplanten Leistung von 3.000 MW größte Pumpspeicherkraftwerk Indiens. Einen wichtigen technischen Meilenstein hat das Projekt nun erreicht: Der sogenannte Model Acceptance Test (MAT) für die von ANDRITZ gelieferten hydraulischen Komponenten wurde erfolgreich abgeschlossen.

Vom Modell zur Großanlage

Bevor Turbinen und hydraulische Komponenten in Originalgröße gefertigt werden, wird ihr Verhalten anhand eines maßstabsgetreuen hydraulischen Modells überprüft. Im Rahmen des Model Acceptance Tests werden unter anderem Leistung und Wirkungsgrad der Turbinen und Pumpen sowie Kavitation, Druckschwankungen und weitere kritische Betriebsparameter getestet.

Der erfolgreiche Abschluss bestätigt damit wesentliche Teile des hydraulischen Designs, bevor die Fertigung der Großkomponenten weiter voranschreitet.

Entwickelt wird Saidongar-1 von Torrent Energy Storage Solutions Private Limited, einer Tochtergesellschaft des indischen Energieunternehmens Torrent Power. ANDRITZ übernimmt für das Projekt die Konstruktion, Fertigung, Installation, Prüfung und Inbetriebnahme von zehn reversiblen Pumpturbinen, Motor-Generatoren sowie der dazugehörigen elektromechanischen Ausrüstung..

Pumpspeicher als Schlüsseltechnologie für Indiens Stromnetz

Pumpspeicherkraftwerke können überschüssigen Strom aufnehmen, indem Wasser in ein höher gelegenes Reservoir gepumpt wird. Steigt der Strombedarf, fließt das Wasser zurück und erzeugt über Turbinen wieder elektrische Energie. Damit können solche Anlagen helfen, die schwankende Stromerzeugung aus Wind- und Sonnenenergie auszugleichen und gleichzeitig die Netzstabilität zu erhöhen.

Nach Angaben von ANDRITZ soll Saidongar-1 nach der Inbetriebnahme eine jährliche Energiemenge von 6.241 GWh bereitstellen und einen wichtigen Beitrag zur Integration erneuerbarer Energien in das indische Stromsystem leisten.

ANDRITZ baut Präsenz im indischen Energiemarkt aus

Das Projekt ist gleichzeitig ein Beispiel dafür, wie steirische Technologiekompetenz an Indiens Infrastruktur- und Energiewende beteiligt ist. Der international tätige Technologiekonzern ANDRITZ hat seinen Hauptsitz in Graz und verfügt über jahrzehntelange Erfahrung im Wasserkraftbereich.

Saidongar-1 ist dabei kein Einzelprojekt: ANDRITZ ist derzeit an der Umsetzung von sieben neuen Pumpspeicherkraftwerken in Indien beteiligt. Das Unternehmen positioniert sich damit in einem Marktsegment, das mit dem weiteren Ausbau von Solar- und Windenergie für Indien zunehmend an Bedeutung gewinnt.

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Indiens Wirtschaft ist mit hoher Dynamik in das neue Finanzjahr gestartet. Im ersten Quartal 2026/27 – von April bis Juni 2026 – wuchs das reale Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorjahresquartal um 7,8 Prozent. Für steirische Industrie- und Technologieunternehmen lohnt sich daher besonders ein Blick auf die vom indischen Statistikministerium veröffentlichten Produktions- und Außenhandelsindikatoren.

Der Index of Industrial Production (IIP), der Veränderungen des industriellen Produktionsvolumens misst, zeigt im Vergleich zum Vorjahresquartal deutliche Zuwächse in mehreren industrienahen Bereichen:

  • Herstellung von Computer-, Elektronik- und optischen Erzeugnissen: +12,4 Prozent
  • Herstellung elektrischer Ausrüstung: +27,0 Prozent
  • Herstellung von Maschinen und Ausrüstungen: +9,1 Prozent

Für Importe von Maschinen und Ausrüstungen weist MoSPI gegenüber dem Vorjahresquartal ein Wachstum von 51,5 Prozent aus. Die Exporte von Transportgütern stiegen um 52,2 Prozent.

Was bedeutet das für steirische Unternehmen?

Die Zahlen unterstreichen die derzeit hohe industrielle Dynamik in Indien. Besonders der Zuwachs bei der Produktion von Elektroausrüstung, Elektronik und Maschinen sowie die stark gestiegenen Maschinenimporte sind deutliche Signale für Unternehmen aus den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau, Automatisierung, Elektronikfertigung sowie Prüf- und Messtechnik.

Für Automotive- und Mobility-Unternehmen ist auch die starke Entwicklung der Transportgüterexporte interessant. Eine wachsende exportorientierte Produktion kann zusätzliche Anforderungen an Fertigungstechnologien, Qualitätssicherung und leistungsfähige Zulieferketten mit sich bringen.

Die aktuellen Werte sollten allerdings nicht als unmittelbare Garantie für zusätzliche Aufträge interpretiert werden. Ein einzelnes Quartal kann durch Basiseffekte, Großinvestitionen oder einzelne Handelsbewegungen beeinflusst sein. Für steirische Unternehmen liefern die Zahlen aber ein weiteres Indiz dafür, dass Indiens industrieller Ausbau derzeit an Dynamik gewinnt, und damit Marktchancen für spezialisierte Technologieanbieter entstehen können.

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Indien setzt den Ausbau seiner industriellen Infrastruktur mit Nachdruck fort und macht sogenannte „Plug-and-Play Industrial Parks“ zu einem wichtigen Baustein seiner Manufacturing-Strategie. Für internationale Unternehmen bieten diese Industrieparks die Möglichkeit, Produktions- und Fertigungsstandorte deutlich schneller und mit geringerem administrativem Aufwand aufzubauen.

Im Mittelpunkt steht die von der indischen Regierung beschlossene Bharat Audyogik Vikas Yojna (BHAVYA), die den Aufbau von 100 modernen Industrieparks mit umfangreicher staatlicher Unterstützung vorsieht. Ziel ist es, Investitionen anzuziehen, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Indien zu stärken und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Die Parks sollen über bereits erschlossene Grundstücke, grundlegende Infrastruktur sowie moderne Versorgungs- und Logistiklösungen verfügen und dadurch die Zeit bis zum Produktionsstart erheblich verkürzen.

Besonders attraktiv sind die Plug-and-Play-Konzepte für internationale Investor:innen, da sie viele klassische Herausforderungen bei der Standortentwicklung reduzieren. Dazu zählen bereits vorbereitete Industrieflächen, vorhandene Energie- und Wasserversorgung, gemeinsame Infrastruktur sowie zunehmend digitalisierte Genehmigungsprozesse über Single-Window-Systeme. Dadurch können Unternehmen ihre Markteintrittszeiten deutlich verkürzen und Investitionsrisiken minimieren.

Mehrere Bundesstaaten – darunter Tamil Nadu, Gujarat, Maharashtra, Telangana, Karnataka und Uttar Pradesh – bauen ihre eigenen Programme und branchenspezifischen Industriecluster kontinuierlich aus. Die Schwerpunkte reichen von Elektronik und Automobilindustrie über Pharma und Life Sciences bis hin zu Textilien, Logistik und Global Capability Centres (GCCs).

Für österreichische Unternehmen ermöglicht diese Entwicklung neue Chancen im Rahmen von Produktionsverlagerungen, Lieferketten-Diversifizierung und Investitionen in den indischen Markt. Die Auswahl des geeigneten Standorts wird dabei zunehmend nicht nur von den Kosten, sondern auch von der sektoralen Spezialisierung, der Anbindung an Lieferketten sowie den jeweiligen Förder- und Anreizsystemen der Bundesstaaten bestimmt.

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Die Wirtschaftsmission unter der Leitung von Bundeskanzler Christian Stocker markierte einen wichtigen Schritt zur strategischen Vertiefung der Beziehungen zwischen Österreich und Indien. Begleitet von einer hochrangigen Wirtschaftsdelegation mit mehr als 60 österreichischen Unternehmen sowie Vertreter:innen aus Wissenschaft und Industrie stand die Reise im Zeichen von Wachstum, Technologiekooperation und neuen wirtschaftlichen Perspektiven. Im Mittelpunkt der Gespräche mit Premierminister Narendra Modi und indischen Regierungsvertreter:innen standen die Intensivierung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, Investitionen, Innovation sowie die stärkere Vernetzung beider Länder in Zukunftsbranchen.

Ein zentrales Ergebnis der Mission war die Unterzeichnung mehrerer Vereinbarungen, darunter auch ein Memorandum of Understanding (MoU) zur verstärkten Zusammenarbeit im Verteidigungs- und Sicherheitsbereich. Dieses schafft einen institutionellen Rahmen für Kooperationen in den Bereichen Verteidigungstechnologie, Forschung & Entwicklung, Cybersicherheit, militärische Ausbildung sowie Krisen- und Katastrophenmanagement. Gleichzeitig soll der Austausch zwischen Industrie, Forschungseinrichtungen und staatlichen Stellen intensiviert werden. Das Abkommen ist kein militärischer Beistandspakt, sondern fokussiert auf Wissenstransfer, Innovationskooperation und technologische Zusammenarbeit – insbesondere bei Dual-Use-Technologien.

Die Reise vertiefte zudem die wachsende Bedeutung Indiens als strategischer Partner Österreichs im indo-pazifischen Raum. Bundeskanzler Stocker betonte mehrfach, dass beide Länder eine gemeinsame Interessenslage bestmöglich nutzen sollten, insbesondere vor dem Hintergrund globaler geopolitischer Verschiebungen und der Suche nach resilienten Wirtschafts- und Lieferketten. Indien positioniert sich zunehmend als globaler Technologie- und Industriestandort, während Österreich gezielt Chancen für heimische Unternehmen in Bereichen wie Infrastruktur, Green Tech, Defence Tech, Cybersecurity, Aerospace, Mobilität und industrielle Fertigung erschließen möchte.

Im Rahmen der Wirtschaftsmission fanden unter anderem das India-Austria Business Summit in New Delhi sowie Wirtschaftsforen in Mumbai statt. Dabei wurden Kontakte zu politischen Entscheidungsträger:innen, Industriepartner:innen und Innovationsakteur:innen aufgebaut bzw. vertieft. Die Mission machte deutlich, dass Indien für Österreich nicht nur ein wachsender Absatzmarkt ist, sondern zunehmend auch ein langfristiger Innovations-, Technologie- und Produktionspartner wird – insbesondere im Kontext der indischen „Make in India“-Strategie und der verstärkten Lokalisierung industrieller Wertschöpfung.

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Mit Wirkung zum 1. April 2026 hat Indien das bisherige Form 10F durch das neue Form 41 ersetzt. Was auf den ersten Blick wie eine formale Änderung wirkt, hat in der Praxis spürbare Auswirkungen – insbesondere für jene österreichische Unternehmen, die neben Warenlieferungen auch technische Dienstleistungen nach Indien erbringen.

Dazu zählen etwa Engineering-Leistungen, Inbetriebnahmen, Wartung, IT- und Industrieservices oder Remote-Support. Gerade in diesen Bereichen ist die neue Regelung von unmittelbarer Relevanz für die steuerliche Behandlung und die operative Abwicklung von Projekten.

Was ist neu und worauf kommt es jetzt an?

Form 41 ist künftig zwingende Voraussetzung, um Steuerentlastungen aus dem Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen Österreich und Indien geltend zu machen. Das gilt auch dann, wenn das österreichische Unternehmen keine PAN (Permanent Account Number) bzw. keine Steuerregistrierung in Indien besitzt.

Die wichtigsten Eckpunkte im Überblick:

  • Form 41 muss einmal pro indischem Geschäftsjahr eingereicht werden
  • Es gilt auch für reine Serviceleistungen – unabhängig davon, ob diese vor Ort oder remote erbracht werden
  • Die PAN bzw. TIN des autorisierten Unterzeichners ist erforderlich
  • Aktuell bestehen noch technische Herausforderungen, insbesondere bei der korrekten Abdeckung des Zeitraums im Tax Residency Certificate (TRC)

Besonders relevant: Technische Dienstleistungen (FTS)

Technische Leistungen werden in Indien häufig als „Fees for Technical Services (FTS)“ qualifiziert und unterliegen grundsätzlich der Quellensteuer.

Das heißt, ohne korrekt eingereichtes Form 41 darf der indische Auftraggeber keine DBA-Begünstigung anwenden – selbst dann nicht, wenn keine Betriebsstätte in Indien vorliegt. In der Praxis führt das schnell zu höheren Steuerabzügen, die sich direkt auf Margen und Liquidität auswirken.

Empfohlene Maßnahmen für Unternehmen

Vor diesem Hintergrund sollten Unternehmen mit Indien-Bezug zeitnah aktiv werden.

To Dos:

  • Aktualisierung bestehender No-PE-Erklärungen im Einklang mit dem neuen Einkommensteuergesetz
  • Überprüfung von Service-, Wartungs- und Projektverträgen, insbesondere im Hinblick auf steuerliche Anpassungsklauseln („Change-in-Law“-Klauseln)
  • Sicherstellung, dass interne Prozesse die fristgerechte und korrekte Einreichung von Form 41 ermöglichen

Wer frühzeitig prüft und seine Compliance, Verträge und Prozesse anpasst, kann Risiken vermeiden und weiterhin von den Vorteilen des DBA profitieren.

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Der Krieg in der Ukraine, die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China sowie der kürzlich ausgebrochene Krieg im Iran und die wachsende Unsicherheit in globalen Lieferketten haben dazu geführt, dass die Europäische Union ihre strategische Position in der Welt neu definieren muss. Gerade in diesem Kontext gewinnt Indien für die europäische Außen-, Handels- und Industriepolitik zunehmend an Bedeutung. Aussagen von Akteuren wie der Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, etwa bei Veranstaltungen an der Hertie School gemeinsam mit dem Jacques Delors Centre, spiegeln diesen strategischen Wandel wider. Europa will schneller handeln, verlässliche Partner suchen und sich als Raum von Stabilität, Berechenbarkeit und Rechtsstaatlichkeit positionieren.

Indien passt in dieses strategische Bild aus mehreren Gründen. Erstens ist Indien die größte Demokratie der Welt und verfolgt außenpolitisch traditionell eine strategische Autonomie, die es dem Land erlaubt, sowohl mit westlichen Staaten als auch mit Ländern des globalen Südens zu kooperieren. Für die EU ist Indien damit ein Partner, der nicht nur wirtschaftlich relevant ist, sondern auch politisch in eine multipolare Weltordnung passt, in der Europa nicht ausschließlich von den USA oder von China abhängig sein möchte. Zweitens ist Indien einer der am schnellsten wachsenden großen Märkte der Welt. Für europäische Unternehmen wird das Land damit zu einem zentralen Investitions- und Produktionsstandort, insbesondere in den Bereichen Industrie, Digitalisierung, Energie, Pharma und Infrastruktur.

Ein entscheidender Schritt in der Annäherung zwischen der EU und Indien ist das Freihandelsabkommen, über das beide Seiten viele Jahre verhandelt haben und das inzwischen als eines der wichtigsten Handelsabkommen der EU gilt. Es soll Zölle reduzieren, Marktzugang erleichtern und Investitionen fördern. Doch seine Bedeutung geht weit über den Handel hinaus. Das Abkommen ist auch ein geopolitisches Signal, mit dem Europa und Indien ihre wirtschaftliche Integration vertiefen wollen, um resilientere Lieferketten aufzubauen und ihre wirtschaftliche Abhängigkeit von einzelnen Märkten zu reduzieren. In der europäischen Strategie wird dies häufig unter dem Begriff „De-Risking“ diskutiert, also der Verringerung einseitiger Abhängigkeiten ohne vollständige wirtschaftliche Entkopplung.

Besonders deutlich wird die strategische Dimension der Partnerschaft beim Thema Infrastruktur und Wirtschaftskorridore. Projekte wie der India–Middle East–Europe Economic Corridor (IMEC), der im Rahmen der europäischen Global-Gateway-Strategie diskutiert wird, sollen Handelsrouten, digitale Infrastruktur, Energieverbindungen und Logistiknetzwerke zwischen Europa, Indien und dem Nahen Osten ausbauen. Diese Korridore sind nicht nur wirtschaftliche Projekte, sondern auch geopolitische Instrumente. Sie schaffen neue Handelswege, reduzieren Abhängigkeiten von bestehenden Routen und stärken politische Partnerschaften entlang dieser Verbindungen. Damit entsteht eine neue geoökonomische Architektur, in der Europa und Indien als zentrale Knotenpunkte fungieren.

Parallel dazu wird auch die sicherheits- und verteidigungspolitische Zusammenarbeit zwischen der EU und Indien ausgebaut, etwa in den Bereichen maritime Sicherheit, Schutz von Handelsrouten, Cybersecurity und Verteidigungsindustrie. Dies zeigt, dass sich die Beziehung zunehmend von einer klassischen Handelsbeziehung zu einer umfassenden strategischen Partnerschaft entwickelt. In einer Welt, die stärker von geopolitischem Wettbewerb geprägt ist, sucht die EU gezielt nach Partnern, mit denen sie langfristig wirtschaftlich, technologisch und sicherheitspolitisch zusammenarbeiten kann und Indien wird dabei immer mehr als einer dieser Schlüsselpartner gesehen.

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Der österreichische Technologiekonzern ANDRITZ hat einen Großauftrag vom indischen Energieunternehmen Tata Power erhalten. Das Unternehmen liefert zentrale elektromechanische Ausrüstung für das Pumpspeicherkraftwerk Bhivpuri mit einer Leistung von 1.000 Megawatt im Bundesstaat Maharashtra. Der Auftragswert liegt im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Im Rahmen des Projekts liefert ANDRITZ unter anderem reversible Pump­turbinen, Motor-Generatoren sowie weitere elektromechanische Systeme und übernimmt zudem Planung, Fertigung, Installation sowie Inbetriebnahme der Anlagen. Das Pumpspeicherkraftwerk soll eine wichtige Rolle bei der Integration erneuerbarer Energien spielen, da solche Speicherlösungen notwendig sind, um schwankende Stromproduktion aus Solar- und Windkraft auszugleichen und die Netzstabilität zu sichern.

Das Projekt gilt als wichtiger Baustein für den Ausbau der Energiespeicherinfrastruktur in Indien und unterstützt den steigenden Anteil erneuerbarer Energien im Stromsystem.

Die indische Regierung plant, bis 2030 eine Stromerzeugungskapazität von 500 Gigawatt aus nicht-fossilen bzw. sauberen Energiequellen zu erreichen. Dafür sollen in den kommenden Jahren rund 350 Milliarden US-Dollar investiert werden. Anfang 2026 lag die installierte Leistung aus sauberen Energien bereits bei rund 267 Gigawatt.

Bis 2035/36 könnte die nicht-fossile Kraftwerkskapazität auf rund 786 Gigawatt steigen und damit die bisherigen Ausbauziele deutlich übertreffen.

Bereits heute wächst insbesondere der Ausbau von Solar- und Windenergie sehr stark. Gleichzeitig gewinnt Energiespeicherung, etwa durch Pumpspeicherkraftwerke, zunehmend an Bedeutung, da sie eine stabile Stromversorgung trotz schwankender erneuerbarer Energiequellen ermöglicht.

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Im März 2026 haben thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) und das indische Verteidigungsunternehmen VEM Technologies eine strategische Kooperation zur gemeinsamen Produktion von Schwergewichtstorpedos in Indien vereinbart. Grundlage dafür ist ein Teaming Agreement, das den Technologietransfer deutscher Unterwasserwaffentechnologie sowie den Aufbau lokaler Produktionskapazitäten vorsieht. Ziel ist es, moderne Torpedos für die indische U-Boot-Flotte künftig in Indien zu produzieren und gleichzeitig industrielle Fähigkeiten im Land auszubauen.

Im Rahmen der Partnerschaft bringt TKMS – vor allem über seine Tochter Atlas Elektronik – Technologie, Systemdesign und Software in die Kooperation ein, während VEM Technologies wesentliche Teile der Produktion, Integration und Endmontage in Indien übernimmt. Auch ist ein gemeinsamen Joint Venture geplant, das als industrielle Plattform für die lokale Fertigung sowie mögliche Exportaktivitäten dienen könnte

Für Indien ist die Kooperation Teil der langfristigen Verteidigungsstrategie, militärische Schlüsseltechnologien stärker im eigenen Land zu produzieren. Die Zusammenarbeit ermöglicht Zugang zu erprobter europäischer Technologie, während gleichzeitig nationale industrielle Kompetenzen im Bereich maritimer Unterwasserbewaffnung aufgebaut werden. Damit unterstützt das Projekt unmittelbar die „Make in India“-Politik im Verteidigungssektor und stärkt die technologische Autonomie der indischen Marine.

Für TKMS eröffnet die Partnerschaft einen strategischen Zugang zum indischen Verteidigungsmarkt, der zu den größten und wachstumsstärksten weltweit zählt, jedoch zunehmend lokale Produktion voraussetzt. Durch die Kooperation mit einem etablierten indischen Industriepartner positioniert sich TKMS frühzeitig innerhalb der nationalen Lieferketten der indischen Marine.

Aus europäischer Perspektive steht die Kooperation exemplarisch für einen breiteren Trend innerhalb der globalen Rüstungsindustrie. Internationale Anbieter sichern sich Marktzugang zunehmend über industrielle Partnerschaften, Technologietransfers und lokale Fertigung. Die Zusammenarbeit kann daher als langfristige industriepolitische Partnerschaft verstanden werden, die sowohl militärische Beschaffungsinteressen als auch strategische Marktpositionierung miteinander verbindet.

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Mit dem Union Budget 2026/27 stärkt Indien seinen wirtschaftspolitischen Kurs hin zu nachhaltigem, investitionsgetriebenem Wachstum. Der Fokus liegt klar auf strukturellen Reformen, der Stärkung des verarbeitenden Gewerbes sowie auf der Verbesserung der Rahmenbedingungen für nationale und internationale Investoren. Kurzfristige fiskalische Maßnahmen weichen einer langfristiger Standortpolitik.

Ein Schwerpunkt des Budgets ist der weitere Ausbau der industriellen Basis. Indien setzt gezielt auf die Förderung strategisch relevanter Sektoren wie Elektronik, Halbleiter, Biopharmazeutik und erneuerbare Energien. Programme zur Stärkung von Produktion, Forschung und Infrastruktur sollen die Integration in globale Wertschöpfungsketten vertiefen und die technologische Wettbewerbsfähigkeit des Landes erhöhen.

Zusätzlich treibt die Regierung auch Reformen zur Vereinfachung von Steuer- und Verwaltungsprozessen voran. Das Ziel ist es, regulatorische Komplexität zu reduzieren, Verfahren transparenter zu gestalten und die Planungssicherheit für Unternehmen zu verbessern. Damit unterstreicht Indien seinen Anspruch, ein verlässlicher Standort für langfristige Investitionen zu sein.

Das jüngste Budget sieht auch weitere massive Infrastrukturinvestitionen vor. Der Ausbau von Verkehrs- und Logistiknetzen sowie von industriellen Korridoren soll Produktivitätsgewinne ermöglichen und regionale Entwicklungszentren stärken. Dabei rücken auch immer mehr kleinere und mittlere Städte in den Fokus und eröffnet somit neue Standortoptionen für produzierende Unternehmen.

Ergänzt werden diese Maßnahmen durch Investitionen in Qualifizierung, Beschäftigung und Innovation. Die Förderung von Aus- und Weiterbildung sowie der Ausbau von Forschungs- und Innovationskapazitäten sollen die Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte sichern und wissensintensive Branchen stärken.

Insgesamt setzt das Union Budget 2026–27 auf Kontinuität und klare industriepolitische Signale. Für die steirische Wirtschaft ergeben sich daraus konkrete Anknüpfungspunkte. Insbesondere technologieorientierte Industrieunternehmen, Zulieferer und Anlagenbauer finden in Indien ein zunehmend attraktives Umfeld für Produktionskooperationen, lokale Fertigung oder Markterschließung. Auch in Bereichen wie Maschinenbau, Umwelttechnologien, Werkstoff- und Medizintechnik eröffnen sich durch den industriepolitischen Fokus Indiens neue Geschäftsmöglichkeiten. Steirische Unternehmen profitieren auch von verbesserten Rahmenbedingungen bei Investitionen, klareren regulatorischen Strukturen und dem Ausbau leistungsfähiger Infrastruktur, was Indien als langfristigen Wirtschafts- und Partnerstandort weiter stärkt. In Kombination mit dem soeben unterzeichneten Freihandelsabkommen Indien – EU wird Indien zu einem normalen Wirtschaftspartner und das auch verstärkt für kleinere und mittlere steirische Unternehmen.

Quelle

Das Freihandelsabkommen mit Indien ist unterschrieben, ein Inkrafttreten wird binnen 12 Monaten erwartet. Jetzt lasse ich einmal die ganze geopolitische Dimension beiseite, aber hier schreiben wir – die EU und Indien – tatsächlich Geschichte. 

Es gibt Freihandelsabkommen, die wären „nice to have“, aber das Abkommen mit Indien eröffnet für die heimische Wirtschaft tatsächlich ganz neue Möglichkeiten. Die seitens der EU-Kommission erwartete Verdoppelung des Exportvolumens halte ich für die Steirische Wirtschaft für zu konservativ: Bis 2032 erwarte ich Indien unter den Top 10 der heimischen Exportdestinationen, was zumindest einer Verdreifachung des Exportvolumens entsprechen würde.

Und das bevölkerungsreichste Land der Erde wird in den kommenden Jahren rasch zu einem noch wichtigeren Partner für bilaterale Investitionen (FDI), Technologie- und Forschungskooperationen und im Fachkräftebereich werden. Wir wissen von unserem nun seit zwei Jahren laufenden Indien Fokus des ICS, dass Erfolg in Indien auch mit Freihandelsabkommen viel Wissen, harte Arbeit, Zeit und teilweise auch Unterstützung voraussetzt.

Wir werden daher in einem nächsten Schritt mit den steirischen Firmen das Freihandelsabkommen genau analysieren, aber natürlich bis zum Inkrafttreten des Abkommens mit Unterstützung der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA auch weiter konkrete Veranstaltungen anbieten:

– Future of Automotive | online | am kommenden Donnerstag, 29. Jänner 2026
– PLASTINDIA | New Delhi | 05. – 10. Februar 2026
– Wirtschaftsmission Automotive Indien | Indien | 09. – 13. März 2026
– Renewable Energy India | online | 06. August 2026
– Wirtschaftmission Greentech India IFAT | Mumbai | 07. – 11. September 2026
Karl Hartleb | Geschäftsführer

Die umfassende BIS-Pflicht („Scheme X“) für viele Maschinen/Anlagen wurde tatsächlich zurückgenommen bzw. aufgehoben. Das indische Ministry of Heavy Industries (MHI) hat die „Machinery and Electrical Equipment Safety (Omnibus Technical Regulation) Order, 2024“ offiziell mit Wirkung Januar 2026 aufgehoben, nachdem sie zuvor mehrfach verschoben worden war. Damit entfällt die angekündigte BIS-Zertifizierungspflicht für breite Produktgruppen (HS-Code 84 & 85). (Industrie- und Handelskammer)

Die ursprünglich geplante Umsetzungsfrist (z. B. 1. September 2026) ist aufgehoben: Vor dem Rückzug gab es diverse Fristverschiebungen (u. a. Verlängerung auf 1. September 2026). Nach dem Rückzug besteht keine aktive Deadline mehr für eine allgemeine BIS-Pflicht unter dieser spezifischen Verordnung.

Es gibt derzeit keine neue, generell breit wirkende Pflicht für Maschinen unter Scheme X. Die große Omnibus-Regelung ist nicht in Kraft, und damit gibt es aktuell keine umfassende neue BIS-Pflicht, die Maschinenexporte grundsätzlich abdeckt. Bestehende oder spezifische Zertifizierungspflichten bleiben aber bestehen.
Qualität-/Sicherheitsanforderungen, die bereits zuvor durch andere Quality Control Orders (QCOs) eingeführt wurden, gelten weiterhin. Für einzelne Produkte (z. B. bestimmte elektrische Komponenten, Haushaltsgeräte etc.) kann BIS-Zertifizierung nach wie vor erforderlich sein, falls sie unter einen bestehenden QCO fallen.

Die Situation bleibt dynamisch. Indien aktualisiert Standards und QCOs regelmäßig, und auch neue QCO-Initiativen (z. B. für Maschinen in bestimmten Sektoren oder elektrische Geräte) sind im Gespräch oder in Vorbereitung. Das kann bedeuten, dass für Teilsegmente künftig wieder Verpflichtungen aktiviert werden.

Clara Lenz, Projektmanagerin im ICS© Christof Hütter Fotografie

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Archiv 2024-2025

Eine österreichische Wirtschaftsdelegation mit starker steirischer Beteiligung ist am Samstag nach Indien aufgebrochen, um dort in drei unterschiedlichen Regionen Kontakte
im Automotive-Bereich zu knüpfen. Sie wird heimischen Unternehmen aus dem Automotive-Sektor die einmalige Gelegenheit geben, sich direkt vor Ort mit führenden Hersteller:innen, Zuliefer:innen und Innovationszentren zu vernetzen.

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Indiens Hauptstadtregion Delhi will einen der größten Müllberge der Stadt abtragen. Bis zum Jahresende werde der Müllberg „aus der Ferne nicht mehr zu sehen sein“, bis März kommenden Jahres sollen die Arbeiten dann abgeschlossen sein.

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Laut dem Automotive Component Manufacturers Association of India (ACMA) ist der Ersatzteilmarkt für Auto-Komponenten in Indien in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2024 um 5% gewachsen und hat etwa €5,3 Milliarden erreicht. Das Wachstum ist auf einen Anstieg des Gebrauchtfahrzeugmarktes sowie auf die Formalisierung des Reparatur- und Wartungsmarktes zurückzuführen. Die Lieferung von Auto-Komponenten an Original Equipment Manufacturers (OEMs) verzeichnete ein Wachstum von 11,2 %. Darüber hinaus tragen Exporte in die USA (28 % der gesamten Exporte) sowie Exporte nach Deutschland (8 % der gesamten Exporte) und Importe aus China (28 % der gesamten Importe) maßgeblich zum Wachstum des Sektors bei.

Der Markt verzeichnet eine Verschiebung hin zu größeren Fahrzeugen. Im Passagierfahrzeugsegment wuchsen UVs (Utility Vehicles) um 13 %. Die Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen (EV) stiegen insgesamt um 22 %, während der Absatz von Elektro-PV (E-PV) um 19 % zurückging. Die Exporte verzeichneten einen Anstieg von 7 %, was zu einem Handelsüberschuss von etwa 140 Millionen Euro führte.

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Das IIT Madras hat erfolgreich eine 410 Meter lange Hyperloop-Teststrecke fertiggestellt und damit einen wichtigen Meilenstein in Indiens Streben nach einer ultramodernen Transporttechnologie erreicht. Das vom Eisenbahnminister der Union, Ashwini Vaishnaw, angekündigte Projekt wird vom Avishkar-Hyperloop-Team des IIT Madras in Zusammenarbeit mit TuTr, einem am Institut gegründeten Startup, entwickelt. Die Hyperloop-Technologie, die weltweit als Hochgeschwindigkeits-Transportsystem geplant ist, soll in zwei Phasen getestet werden: eine 11,5 km lange Demonstrationsstrecke, gefolgt von einer 100 km langen Verlängerung. Der Korridor Mumbai-Pune soll das erste Hyperloop-Projekt in Indien sein, das die Reisezeit zwischen den beiden Städten auf nur 25 Minuten verkürzen soll.

Erfolgsstorys zu Indien